Mein Rennsitz

“Schuld” an diesem Projekt sind ein paar Bekannte, die irgendwann Anfingen auf der Lan-Party, die ich zwei Mal im Jahr besuche, mit echten Autositzen und Stahlrohrkonstruktionen aufzutauchen um realistischer und vor allem komfortabler ihre 2-Stunden Rennen in GTR2 fahren zu können. (Damals wusste ich noch nicht, dass es sich dabei um gekaufte Playseats handelte.) Ich fand diese Idee natürlich von Anfang an faszinierend, konnte mich aber lange Zeit zurückhalten, bis ich dann im Frühjahr 2010 mit einem ausgeliehenen Lenkrad zum ersten Mal am Rennen teilnahm.

Ich hatte Blut geleckt und bis zum nächsten Rennen im Herbst sollte ein eigener Rennsitz gebaut werden. Lenkrad und Pedale waren relativ schnell besorgt und ich konnte wenigstens schon mal am Schreibtisch üben, während ich im Internet nach Rennsitzkonstruktionen recherchierte.

Es gibt eine ganze Reihe Rennsitze zu kaufen und noch viel mehr Eigenbauprojekte im Internet zum bestaunen. Einen vernünftigen Rennsitz zu kaufen kostet viel Geld, denn die Schwachstelle ist die Lenkradaufnahme, diese darf nicht wackeln. Möchte man, wie ich, keine Abstützung der Lenkradaufnahme zwischen den Beinen haben (ist einfach nicht realistisch), dann schränkt das die Kauf-Optionen schon drastisch ein. Einige vielversprechende Eigenbauprojekte aber auch einige Rennsitze zum Kauf sind aus Aluminium-Nut-Profilen aufgebaut (Erklärung folgt) und da mir die technische Optik und die unendlichen Verstellmöglichkeiten gut gefallen habe ich mich entschieden meinen Rennsitz auch aus diesen Alu-Profilen aufzubauen. Es sollte also ein Do-it-yourself (DIY) Rennsitz werden.

Rennsitz (Stand Oktober 2010)
Rennsitz (Stand Oktober 2010)

Der Rest dieser Seite befindet sich noch im Aufbau…

Die Basis

Die Basis für meinen Rennsitz bilden ca. 13 Meter der besagten Aluminum Nut-Profile in 40×40mm mit 8er Nuten. Dazu 100 Nutsteine und 100 M8×16 Innensechskant-Schrauben (Inbus) mit passenden Unterlegscheiben. Außerdem noch 24 90°-Winkel aus Zink-Druckguss zum rechtwickligen Verschrauben der Profile. Alle diese Teile bekommt man gut und relativ günstig auf eBay.

Der Rahmen
Der Rahmen

Die Details

Natürlich lässt sich nicht alles nur mit den Alu-Profilen lösen. Da ich aber beim Bau des Rennsitzes keine vernünftigen Maschinen außer einer Standbohrmaschine zur Verfügung hatte, habe ich versucht die Teile, die ich anfertigen muss so simpel wie möglich zu halten. Außerdem wollte ich natürlich so wenig Teile wie möglich anfertigen.

Es reduzierte sich dann darauf eine Bildschirmhalterung und eine Lenkradhalterung herzustellen. Für die Bildschirmhalterung nutzte ich aus, dass die meisten Monitore (natürlich auch meiner) hinten für eine genormte Vesa-Halterung vorbereitet sind, d.h. es gibt vier Bohrungen im Abstand von 100mm oder 75mm. Ich besorgte mir eine Schnellwechsel-Halterung von Ergotron, welche auf beiden Seiten Vesa kompatibel ist und aus zwei Teilen besteht, so dass man den Bildschirm ohne Werkzeug ein- und aushängen kann. Diese Halterung befetigte ich mit zwei Alu-Winkeln (40×40×4×120mm) an dem dafür vorgesehen Profil am Rahmen.

Bildschirmhalterung
Bildschirmhalterung Bildschirmhalterung
Bildschirmhalterung

Die Lenkradhalterung funktioniert eigentlich genauso wie die Bildschirmhalterung, nur statt der Vesa-Halterung gibt es eine 5mm Aluminum-Platte mit Bohrungen für das Lenkrad (gut, dass es vom Hersteller eine Bohrschablone gibt).

Im Gegensatz zu den meisten Rennsitzen, die ich bisher gesehen habe, habe ich mir eine Lenkradhalterung überlegt, welche im Prinzip eine echte Lenksäule nachbildet. Das Lenkrad ist am Ende eines Alu-Profils befestigt, welches wiederrum mit vier Winkeln am Rahmen befestigt ist. Ich habe so die Möglichkeit das Lenkrad stufenlos in alle Richtungen zu verstellen, was für die Ergonomie sehr gut ist. Es ist mühelos möglich die Höhe des Lenkrades, den Abstand zum Fahrer und den Winkel der Lenkachse einzustellen (und natürlich kann man das Lenkrad auch noch nach links und rechts verschieben).

Die Lenkradhalterung
Die Lenkradhalterung Bohrschablone für die Lenkradhalterung Fertig gebohrte 5mm Alu-Platte Lenkradhalterung montiert
Die Lenkradhalterung

Die Gimmicks

Einige Dinge am Rennsitz sind nicht wirklich wichtig für die Funktion des Fahrens, aber schaden tun sie auch nicht. Einige möchte ich kurz ansprechen.

Hinter dem Monitor habe ich eine 1000×500×1mm Kunststoffplatte in Dunkelgrau montiert. Dies hilft dem Auge und dem Gehirn sich besser nur auf das Geschehen auf de Bildschirm zu konzentrieren. Da ich mit dem Rennsitz zwei Mal im Jahr auch auf einer Lan-Party fahren werden (wo erfahrungsgemäß ständig Bewegung im Raum ist), fand ich diese Idee nicht schlecht.

Sichtschutz
Sichtschutz Sichtschutz Sichtschutz
Sichtschutz

Im Sommer 2010, während ich den Rennsitz baute und die ersten Runden drehen konnte, war es ziemlich war. Außentemperaturen im Schatten bis 38°C führten natürlich auch zu hohen Temperaturen in der Wohnung. Ich habe dann zuerst damit begonnen einen oder zwei Lüfter (aus alten PCs) unterhalb des Monitors zu befestigen um wenigstens etwas Luftbewegung während des Fahrens zu haben und das Ergebnis war eigentlich sehr gut. Später habe ich dann ein paar Alu-Schläuche besorgt und der Belüftungsanlage eine Motorsport-Optik verpasst.

Rechts an der “Mittelkonsole” gibt es eine Maushalterung, diese besteht nur aus einem Hartplastik-Mauspad, in welches ich zwei Löcher gebohrt habe und es von unten an das Alu-Profil geschraubt habe. Bei starken Vibrationen wackelt die Maus zwar etwas, aber bisher hat sich diese einfache Lösung sehr gut bewährt. Das Mauspad ist übrigens ein Compad Speed-Pad.